zu Weihnachten selbst beschenkt … ein Turnierbericht von AndyD.
Traditionell fand zwischen den Jahren vom 28.-30. Dezember 2009 der German Grand Prix 9-Ball in Neckarsulm statt. Das Turnier hatte in dieser Auflage gleich einen doppelten Anreiz, ist es doch voraussichtlich der einzige 9-Ball Grand Prix in der Saison 09/10 und somit eine direkte Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft 2010.

Zur Einstimmung fand am 27.12. das siebte Vorrundenturnier des Weinstraßen-Cups in Landau statt. Mit 14 Teilnehmern war das Feld nicht unbedingt sehr groß, aber man konnte sich dennoch auf ein Turnier in lockerer Atmosphäre freuen. Aus Lambrechter Sicht nahmen die Sportler Marco Schanz, Thomas Andries und meine Wenigkeit, Andreas Daniel teil. Während für Thomas im Viertelfinale Schluss war, konnten sich die anderen zwei ohne eine Niederlage bis ins Finale vorspielen. Dort behielt ich gegen Marco mit 7 zu 3 die Oberhand.

Nun galt es zu hoffen, die Form am nächsten Tag bei zu behalten und in Neckarsulm beim 1. German Grand Prix in der Disziplin 9-Ball auf die Platte zu bringen. Bei diesem mit 188 Teilnehmern großem Turnier nahmen von Lambrecht Rouven Schowalter und ich teil. Rouven spielte in der 2. Gruppe um 12.30 Uhr und ich durfte in der 3. Gruppe um 16 Uhr an die Tische.

Rouven startete in der Gruppenphase direkt mit einem 6 zu 4 Erfolg über Thomas Schubert. In der zweiten Runde traf er auf Geronimo Weißenberger, in welcher der sympathische Linkshänder leider mit 4 zu 6 unterlag. Auf der Verliererseite angekommen gewann er gegen Noi Sounthala mit 6 zu 0 und danach mit 6 zu 4 gegen Peter Wagner. Das Spiel zum Einzug unter die letzten 64 bestritt Rouven gegen Holger Gries. Holger konnte als mehrfacher Deutscher Meister und Europameister bei den Senioren seiner Favoritenrolle gerecht werden und gewann dieses Spiel mit 6 zu 3.

Bei mir verlief der Start vollkommen nach Plan. Nach anfänglich leichter Nervosität konnte ich gegen Thomas Dörfler aus Straubing mit 6 zu 2 gewinnen. Allerdings verlor ich im darauf folgenden Spiel gegen einen sehr gut aufgelegten Markus Müller aus Ludwigshafen, was nicht zuletzt an der Breakschwäche von mir lag. Irgendwie wollte in diesem Satz bei keinem Break ein Ball in die Tasche fallen und so verlor ich mit 5 zu 6. Frühzeitig sich in der Verliererrunde vorfindend, spielte ich weiterhin frei auf und konnte mich zunächst gegen Roland Kieninger mit 6 zu 1 und im Anschluss gegen Sven Lautner mit 6 zu 4 durchsetzen. Das Spiel zum Einzug unter die letzten 64 entwickelte sich zu einem sehr spannenden und hochklassigen Duell zwischen mir und Savvas Kourpanidis. Ab dem Spielstand von 2 zu 2 konnte jeder Spieler sein Breakrecht mit einer An/Aus Partie erfolgreich beenden. So kam es zum Hill-Hill und das letzte Spiel musste entscheiden. Bei diesem Break hatte ich dann das Glück auf meiner Seite. Mit einem 9-Ball Break gewann ich das Duell mit 6 zu 5 und konnte zwei Tage später mit 63 weiteren Kontrahenten um die Plätze und das Preisgeld kämpfen.

Pünktlich 10 Uhr morgens wurden die Partien aufgerufen. Als einzig verbliebender Lambrechter in dem Turnier musste ich gegen Skip Newberry ran. Nach einem komplett fehlerfreien Satz konnte ich mit einem Ergebnis von 6 zu 1 in die nächste Runde einziehen. Hier traf ich auf Marcus Mutschler aus Sindelfingen. Wir kennen uns bereits aus der neu gegründeten Regionalliga. Marcus spielte hier nicht sein bestes Billard und so konnte ich mit einem 6 zu 3 Erfolg unter die letzten 32 Teilnehmer vordringen.

Hier wurde neu gelost und ich traf auf Peter Busarac, dem Lokalmatador bei diesem Turnier. Die ersten zwei Fehler von Peter konnte ich auch direkt bestrafen und es gelang mir, eine 7 zu 3 und 8 zu 4 Führung zu erspielen. Den Sieg vor Augen unterliefen mir 3 ungewohnte Fehler, so dass sogar ein Zuschauer durch den Spielbereich kam und mir sagte, ich solle mich jetzt endlich zusammen reißen. Mit 9 zu 7 konnte ich dann gewinnen.
In der nächsten Runde traf ich auf David Krewitt, für den PBC Schwerte aktiv in der 2. Bundesliga. Es entwickelte sich von Anfang an eine sehr knappe Partie, die ich ebenfalls mit 9 zu 7 gewinnen konnte.
Im Viertelfinale angekommen wurde ich zum kompletten Außenseiter degradiert. Das Los schickte mich gegen Roman Hybler, einem tschechischem Nationalspieler und für den BSV Dachau in der 1. Bundesliga spielenden Spitzensportler. Am Tisch konnte man diese Rollenverteilung aber keinesfalls erkennen. Nach 2 Fehlern von Roman stand es 4 zu 0. Hier nahm sich der Nationalspieler ein Time-Out, kam zurück, breakte erfolglos und der neue Zwischenstand hieß 6 zu 0. Erst hier konnte Roman seinen ersten Zähler verbuchen. Die nächsten drei Partien gingen wieder an mich und so war der Satz mit 9 zu 1 entschieden und ich stand als erster Halbfinalteilnehmer fest.

Vor dem Start der Halbfinals wurde eine kleine Pause für die Presse eingeräumt und dann ging es sportlich weiter. Mein Los hier hieß Thomas Lüttich, Deutscher Meister in der Disziplin 9-Ball aus dem Jahr 2008 und aktuell in der 1. Bundesliga spielend für Hannover 96. Bis zum Stand von 6 beide spielten wir beide einen fehlerfreien Satz. Hier war Thomas dann der erste, der einen Fehler machte. Allerdings vergab ich diese Chance zwei Bälle später wieder und kam erst wieder beim Stand von 6 zu 8 gegen mich an den Tisch. Ich verstellte mich auch direkt auf die 2, welche ich etwas zu dick angespielt im Loch liegen ließ. Somit verlor ich das Halbfinale mit 6 zu 9.

Etwas mehr als eine Stunde später war es Sebastian Staab aus Bexbach, der die Hände zum Jubelschrei in die Höhe riss. Er bezwang zuvor im Halbfinale Tobias Hoiß aus Bayern und im Finale siegte er mit 9 zu 5 über Thomas.

Mit meinem dritten Platz bin ich sehr zufrieden, da dies mein bisher bestes Abschneiden bei einem Turnier dieser Größenordnung war.

1. German Grand Prix 9-Ball in Neckarsulm