Deutsche Meisterschaften 2008 aus Lambrechter Sicht
Anfang November fand die alljährliche Deutsche Meisterschaft im Billard im hessischen Bad Wildungen statt. Die Deutschen Meisterschaften gelten nicht nur aufgrund der Tatsache, dass sie der nationale Höhepunkt der Saison sind als absolutes Highlight, sondern auch wegen der organisatorischen Mammutaufgabe, in allen Billard-Disziplinen über einen Zeitraum von 9 Tagen 44 Deutsche Meister zu ermitteln.

Auch die Vertreter aus Lambrecht wollten dieses Jahr ein Wörtchen in der Titelvergabe mitreden. Und so startete Christine Frieß aus der 2. Mannschaft (Verbandsliga) bei den Damen im 9-Ball Wettbewerb und Andreas Daniel aus der 1. Mannschaft (Regionalliga) bei den Herren in den Disziplinen 8-Ball und 9-Ball.

Christine sicherte sich diesen Startplatz mit dem Vize-Landesmeistertitel bei den Damen auf den diesjährigen Rheinland-Pfalz-Meisterschaften im September in Bingen. Andreas gelang dort sogar ein Doppelschlag mit dem Titelgewinn im 8-Ball und 9-Ball, sodass sich zwei weitere Pokale in die Erfolgsserie der B.I.G. „Kiss-Shot“ Lambrecht 1993 e.V. einreihten.

Voller Tatendrang fuhren die beiden Leuchtfeuer des Vereins nach Bad Wildungen und das mit tatkräftiger Unterstützung vom Rest der 1. Mannschaft. Dort angekommen bewunderte man erneut das dort gebotene Ambiente im Kurfürst-Metternich Saal des Maritim-Hotels. 16 eigens für die Deutschen Meisterschaften aufgebaute Tische im Saalinneren flankiert von Tribünen für Zuschauer, Betreuer und Fans.

Zuerst startete Andreas in den 8-Ball Wettbewerb. Mit Marco Schmidt wurde ihm ein gut trainierter Gegner zugelost. Marco befindet sich in der Sportförderkompanie der Bundeswehr und wird vom Erfolgstrainer Michael Wahl aus Fulda trainiert. Gewarnt und hochkonzentriert ging unser Lambrechter Junge in die Partie. So kam es auch, dass diese Partie zu einer der schnellsten in des Turniers wurde und ohne einen Fehler konnte Andreas die Partie sensationell mit 7:0 für sich entscheiden, ein perfekter Start. In der ersten Runde der Gewinnerseite traf er dann auf Steffen Jeszberger aus Gießen. Auch hier war sofort klar, dass er einen sehr guten und ernstzunehmenden Gegner erwischt hatte. Beim Stand von 3:1 für Andreas unterlief ihm ein Fehler und er wurde direkt dafür bestraft. Beim 3:3 kam Andreas erneut an den Tisch. Diesmal ließ er sich diese Chance jedoch nicht nehmen und schoss die nächsten 4 Spiele zum umjubelten 7:3 Erfolg aus, ohne seinen Gegner nochmals an den Tisch zu lassen. Jeszberger, von diesem Spiel scheinbar stark frustriert, nutzte seine Chance auf der Verliererseite und wurde in diesem Wettbewerb im späteren Verlauf Deutscher Vizemeister. Ein Indiz dafür, wie eng die deutsche Poolbillard Elite vom Niveau beisammen liegt. In der zweiten Gewinnerrunde, dem Einzug ins Viertelfinale, traf der Lambrechter auf seinen ehemaligen Vereinskameraden vom BSF Kurpfalz Christian Brehme. Christian, in der 1. Bundesliga aktiv und im letzten Jahr sogar für die Europameisterschaften nominiert, war es dann, der den Vorwärtsdrang von Andreas zum ersten Mal bremsen konnte. 0:4 stand es bereits als Andreas in das Spielgeschehen eingreifen durfte. Diese Chance wollte er dann nutzen und kam bis zum 3:4 an Christian heran. Hier begann dann aus unserer Sicht etwas Unglaubliches. Beim Anstoß fand kein Ball den Weg ins Loch und so musste Andreas den Tisch verlassen. Christian schoss diese Partie dann fehlerfrei aus und es stand 3:5 aus Lambrechter Sicht. Im nächsten Spiel schlich sich ein Fehler bei Christian ein, und Andreas verkürzte auf 4:5. Aber auch beim folgenden Anstoß fiel kein Ball. Christian machte in dieser Partie erneut einen Fehler und Andreas schaffte somit den Ausgleich zum Zwischenstand von 5:5. Hier kam es dann zum dritten erfolglosen Anstoß und diese Chance ließ sich der Bundesligaspieler nicht mehr nehmen und beendete den Satz ohne Andreas ein weiteres Mal an den Tisch zu lassen mit 5:7. Leicht frustriert, einen Satz verloren zu haben ohne einen Ball zu verschießen musste Andreas sofort auf der Verlierseite wieder ran. Sein Gegner nun, John Blacklaw von Hannover 96, welcher mit seinem Team gerade den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft hatte und am Tag zuvor in der Disziplin 14.1e Deutscher Vizemeister wurde. Gedanklich auf einen schweren Satz vorbereitet ging unser Lambrechter in die Partie. Diese gestaltete sich sehr einseitig, da John nahezu fehlerfrei spielte und in der ein oder anderen Situation auch das nötige Glück auf seiner Seite hatte. Mit einem 1:7 und dem damit verbundenen 9. Platz verabschiedete sich Andreas in der Disziplin 8-Ball von den Deutschen Meisterschaften.

Im 9-Ball Wettbewerb musste zuerst Christine die Jagd nach der Medaille aufnehmen. Ihre erste Gegnerin, Nadine Gianotti aus Osnabrück, erwies sich als ernstzunehmend und so kam es, dass keine der beiden Kontrahentinnen sich absetzen konnte. Erst beim Stand von 5:5 gelang es der jungen Dame aus Osnabrück sich einen entscheidenden Vorsprung zu erarbeiten und den Satz mit 7:5 für sich zu entscheiden. Auf der Verliererrunde traf Christine auf Andrea Schrick vom BV Fortuna Straubing. Wenn man dachte, der erste Satz wäre schon knapp gewesen, so sah man nun einen richtigen Krimi. Keiner Akteurin gelang es, sich einen Vorsprung zu erspielen und es kam zum sogenannten „Hill Hill“, dem Zwischenstand von 6:6. Hier ließ sich Andrea nicht mehr vom Tisch bringen und sicherte sich den Einzug in die nächste Runde. Für Christine bedeutete dies den abschließenden 25. Platz. Allerdings hat Christine nach nun doch längerer Durststrecke mal wieder auf sich aufmerksam machen können und mit der Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft einen Sprung nach vorne getan.

Bei Andreas kam es zur Erstrundenbegegnung gegen Andreas Roschkowsky. Roschkowsky, auch Roschi genannt, ist mehrfacher Deutscher Meister und Europameister. Somit war der Lambrechter wieder gewarnt, aber zugleich auch ein wenig optimistisch, da beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Akteure der Endstand zugunsten von Andreas ausgefallen war. Am Anfang des Satzes gelang es keinem Spieler, sich abzusetzen und so lautete der Zwischenstand 4:4. Hier machte der Lambrechter dann einen Fehler, der sich später als der entscheidende herausstellen sollte und Roschi konnte sich absetzen. Beim Stand von 4:7 konnte Andreas noch ein Spiel für sich verbuchen, musste sich aber letztendlich der „Übermacht“ mit 5:9 geschlagen geben. Mit Phillip Rüthemann hatte Andreas dann einen ehemaligen Sportsoldaten und 1. Bundesligaspieler als Gegner auf der Verliererseite. Mit ein bisschen Fortuna auf Seiten von Andreas konnte er den Satz mit 9:3 für sich entscheiden und so weiter im Wettbewerb verbleiben. In der nächsten Runde traf er auf Sinan Kodas, einem aufstrebenden Sportler aus Hessen. In das Spiel von Andreas schlichen sich in diesem Satz zwei, drei vermeidbare Fehler ein, und so vergab er die Chance und verlor ärgerlich mit 5:9, womit er sich abschließend mit dem 17. Platz im 9-Ball von der Deutschen Meisterschaft verabschiedete.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Lambrecht in diesem Jahr zwar noch nicht in die Medaillenvergabe auf der Deutschen Meisterschaft eingreifen konnte, sich aber für die Zukunft anmeldete. Der Anschluss an die Spitzenspieler Deutschlands scheint gefunden. Der Verein aus der Pfalz braucht sich dem nationalen Vergleich nicht zu scheuen und so bleibt mir am Ende noch allen Vereinskameraden viel Glück für die laufende Saison zu wünschen und dass wir es im nächsten Jahr hoffentlich schaffen mehr als 2 Sportler auf die Deutschen Meisterschaften zu schicken.

Deutsche Meisterschaften 2008