Am Sonntag, den 20.Juli, stand ein ganz besonderes Event an. Vier wackere Gesellen machten sich auf den Weg, um den zweithöchsten Berg in Rheinland-Pfalz per Pedes zu bezwingen.Pünktlich, wie besprochen, um halb elf kamen die vier – bestehend aus Andreas Bachtler, Adi, Rene Bitzer und Bernd Rocker – am Edenkobener Bahnhof zusammen. Von hier aus galt es, auf knapp elf Kilometer 673 Höhenmeter zu überwinden.

Die Tour de Leiden begann damit, dass wir bei Andy noch einen kleinen Abstecher zu Hause machen mussten. Der gute Mann, gekleidet in einem Kelme Outfit, hatte seine Linsen vergessen. So ging es dann Richtung St. Martin weiter. Schon hier war ein leichter Anstieg zu spüren, jedoch nichts ernstes und die Fahrt wurde ungehindert fortgesetzt. An der Gabelung, wo die Strasse rechts Richtung St. Martin abzweigt, wurde kurz über den weiteren Weg beratschlagt. Nach kurzer Diskussion einigten sich alle über Maikammer weiter zu fahren. Es folgte eine rasante Abfahrt, mit etwa 45 km/h stürzten wir uns den Hang herunter.

Die Ernüchterung folgte sofort, denn wo es auf der eine Seite runter geht, muss es zwangsläufig auf der anderen Seite wieder hoch gehen. So auch hier. Ein kleiner Vorgeschmack auf das, was noch folgen sollte. Oben angekommen bogen wir rechts ab und es ging wieder bergab. Zu meinem Leidwesen verpasste ich die Abfahrt Richtung Alsterweiler und flog weiter nach Maikammer. Während Rene und Adi die Ausfahrt nahmen, stürzte Andy in einem Affenzahn hinter mir her. Nach kurzer Zeit hatte er zu mir aufgeschlossen und gab mir zu verstehen, dass wir jetzt wieder auf der anderen Seite hochfahren müssen. Kaum war unsere kleine Gruppe wieder vereint, ging es dann an einer Rechtskurve richtig zur Sache.

Mit einer langen Steigung (gefühlt etwa 10 %) ging es in den Berg hinein. Andy und Rene setzten sich sofort von uns beiden ab. Bei mir war es eine grundsätzliche Abneigung den Berg hochzufahren, bei Adi waren es die dicken Reifen. Damit unsere Gruppe nicht zu weit auseinander gerissen wurde, beschlossen wir am ersten Parkplatz auf Adi zu warten, der doch sehr stark durch seine Pneus gebremst wurde. Wieder vereint beschloss dann jeder für sich seinen Rhythmus zu fahren. Andy und Rene ließen sich dann aber wieder zurückfallen um mit Adi zusammen den Aufstieg zu schaffen. Ich dagegen setzte die Fahrt alleine fort. Nachdem das Schild mit dem Hinweiß „500 m über Nn“ passiert wurde, hatte mich Rene wieder eingeholt und so fuhren wir die letzten 100 Höhenmeter weitestgehend zusammen. Kurz nach der 600er-Marke warteten wir auf unsere beiden Mitfahrer. Zu unser aller Erstaunen kämpfte sich Adi zuerst den letzten Anstieg hoch. Andy genoss wohl zu sehr den Anstieg und machte noch ein paar Fotos und telefonieren muss ja auch mal sein. Zusammen machten wir die allerletzten Höhenmeter am diesem Tag und kamen nach einem kurzen aber heftigem Aufstieg an der Ludwigshafener Hütte in 673 Meter Höhe und nach 1.15 Stunden Fahrzeit an.

Ein ausgiebiges Vesper wurde anschließend bestellt und natürlich restlos verputzt. Nach längerer Pause wurden dann die Fahrräder wieder beansprucht. Immerhin erwartete uns jetzt die Abfahrt ins Tal. Mit Geschwindigkeiten bis zu 69 km/h flogen wir regelrecht in Richtung Edenkoben. Nach knapp 15 Minuten wurde das Ziel erreicht und bei einem Glas Radler fand die Erstbesteigung der großen Kalmit ein zufriedenes Ende.

Tour de Pfalz